Genever

Ob Oude oder Jonge Genever – die Qualität des Traditions-Getränks aus Holland ist heute auf identischem Niveau.

Vom Genever gibt es zwei Arten: Oude (alten) und Jonge (jungen). Das ist allerdings keine Frage des Alters, sondern der Brenntechnik. Etwa um 1900 hatte man die Brenntechnik soweit verfeinert, dass der gewonnene Alkohol fast neutral im Geschmack war, unabhängig davon aus was dieser destilliert wurde. In der Folge konnten qualitativ bessere, leichtere und günstigere Brände mit einem weniger dominant Geschmack erzeugt werden. In Großbritannien wurde in der Folge der Blended Whisky entwickelt und in den Niederlanden der Jonge Jenever. Während der beiden Weltkriege war der Mangel an Getreide, Malz und anderen Rohstoffen allgegenwärtig, was viele Brennereien dazu zwang z.B. Steckrüben zu destillieren. Dieser Mangel förderte die Verwendung der neueren Brenntechnik, um einen halbwegs passablen Geschmack der Erzeugnisse zu gewährleisten. So hat sich der Begriff Oude für den alten Genever-Stil und Jonge für den neuen Stil etabliert. Der Jonge Genever enthält mehr Getreide anstelle von Malz. Heute darf der Jonge Genever nicht mehr als 15% Malz und maximal 10 g Zucker pro Liter enthalten. Der Oude Genever muss aus mindestens 15% Malz destilliert sein und darf nicht mehr als 20 g Zucker pro Liter enthalten. Der Korenwijn (Korn Wein) ist dem Genever sehr ähnlich, reift meist für ein paar Jahre in einem Eichenfass und wird aus 51% bis 70% Malz destilliert und darf ebenfalls bis zu 20 g Zucker pro Liter enthalten. Jonge Jenever hat ähnlich wie Wodka einen neutralen Geschmack mit einem leichten Aroma von Wacholder und Malz. Oude Genever hat einen sehr aromatischen Malz-Geschmack mit holzigen und rauchigen Aromen. Mitunter reift er auch in Holz-Fässern, wodurch er geschmacklich einem Whisky ähneln kann. Getrunken wird der Genever aus einem bis zum Rand gefüllten tulpenförmigen Glas. Jonge Jenever wird auf Zimmertemperatur serviert. Traditionalisten geben vorher einen Würfel-Zucker ins Glas und reichen einen kleinen Löffel zum Rühren dazu. Verpönt ist es, den Genever aus dem Eisfach oder on-the-rocks zu trinken. In Flandern wird Genever gerne mit Lagerbier in einem Glas serviert. Wird der Genever oben auf gegossen, nennt man dies kopstoot (Kopfstoß). Wird der Genever erst ins Glas gegeben und mit Bier aufgefüllt nennt man das duikboot (U-Boot).

Ihr umfassender Leitfaden zu Genever: Entdecken Sie die Welt des klassischen Spirituosenwunders

Genever, die traditionsreiche Spirituose, die eine Brücke zwischen der reichen Geschichte und der modernen Cocktailkultur schlägt, fasziniert Kenner und Neulinge gleichermaßen. Vom einzigartigen Herstellungsprozess über die vielfältigen Geschmacksprofile bis hin zur Kunst des Genießens – es gibt viel zu entdecken. Ob Sie sich für die Unterschiede zwischen Genever und Gin interessieren, die verschiedenen Typen erkunden möchten oder neugierig auf Genevers Rolle in der Cocktailwelt sind, dieser Leitfaden bietet einen tiefen Einblick in alles, was Sie wissen müssen. Tauchen Sie ein in die Welt von Genever und lassen Sie sich von seiner Vielseitigkeit und seinem reichen Erbe begeistern. Hier werden alle Ihre Fragen beantwortet.

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Was ist der Unterschied zwischen Genever und Gin?

Genever und Gin sind beides Spirituosen, die aus Wacholderbeeren gewonnen werden, aber es gibt signifikante Unterschiede zwischen ihnen. Genever, oft als holländischer oder belgischer Gin bezeichnet, ist die ältere der beiden Spirituosen und hat einen weicheren, malzigeren Geschmack, da er aus einer Mischung von Neutralalkohol und gemälztem Getreide gebrannt wird. Gin hingegen wird primär aus Neutralalkohol hergestellt und weist einen stärkeren Wacholdergeschmack auf. Genever wird in zwei Hauptkategorien unterteilt: Oude und Jonge, die sich in Geschmack und Produktionsmethode unterscheiden. Gin kennt viele verschiedene Stile, darunter London Dry, Plymouth und New Western, die sich durch ihre Botanicals und Herstellungsverfahren differenzieren.

Wie wird Genever hergestellt?

Die Herstellung von Genever beginnt mit der Fermentation von Getreide, meist eine Mischung aus Roggen, Mais und Gerste, zu einem Bierähnlichen Grundstoff. Dieser wird dann destilliert, um einen Malt Wine (Moutwijn) zu erzeugen, der bis zu 50% des Endprodukts ausmachen kann. Dieser Malt Wine wird anschließend mit Neutralalkohol vermischt und erneut destilliert, oft unter Zugabe von Wacholderbeeren und anderen Botanicals wie Kräutern und Gewürzen, um dem Genever sein charakteristisches Aroma und seinen Geschmack zu verleihen. Die genaue Rezeptur und die Anzahl der Destillationen variieren von Brennerei zu Brennerei. Oude Genever muss in Eichenfässern gelagert werden, was ihm eine leichte Färbung und zusätzliche Geschmacksnuancen verleiht, während Jonge Genever in der Regel klar ist und einen geringeren Malt Wine-Anteil hat.

Was sind die verschiedenen Typen von Genever?

Es gibt hauptsächlich zwei Typen von Genever: Oude (alt) und Jonge (jung). Der Unterschied liegt nicht im Alter, sondern in der Produktionsmethode und im Malt Wine-Anteil. Oude Genever muss mindestens 15% Malt Wine enthalten und kann bis zu 20 Gramm Zucker pro Liter aufweisen. Er ist bekannt für seinen weichen, runden Geschmack mit malzigen und holzigen Noten. Jonge Genever hat einen geringeren Malt Wine-Anteil (maximal 15%) und darf nicht mehr als 10 Gramm Zucker pro Liter enthalten, was ihn zu einer klareren, neutraleren Spirituose macht. Neben diesen beiden Haupttypen gibt es auch Korenwijn, der einen noch höheren Anteil an Malt Wine (mindestens 51%) hat und für seine reichen, komplexen Aromen geschätzt wird.

Wie trinkt man Genever traditionell?

Traditionell wird Genever in den Niederlanden und Belgien in einem tulpenförmigen Glas serviert, das bis zum Rand gefüllt ist, sodass der erste Schluck ohne Hände direkt vom Tisch genommen werden muss. Diese Methode heißt "Kopstootje" (kleiner Kopfstoß) in den Niederlanden oder "Pousse-café" in Belgien. Oude Genever wird oft bei Raumtemperatur genossen, um seine vollen Aromen zu entfalten, während Jonge Genever gekühlt serviert werden kann. In jüngerer Zeit wird Genever auch zunehmend in Cocktails verwendet, ähnlich wie Gin, wobei seine einzigartigen malzigen und botanischen Noten interessante Variationen zu klassischen Rezepten bieten.

Welche Rolle spielt Genever in der Cocktailkultur?

Genever hat eine lange Geschichte in der Cocktailkultur, insbesondere in den frühen Tagen der Cocktailentwicklung. Es war eine der Hauptzutaten in vielen der ersten dokumentierten Cocktailrezepte. Im 19. Jahrhundert war Genever eine beliebte Basis für Cocktails in den Vereinigten Staaten und Europa, bevor Gin im 20. Jahrhundert in der Beliebtheit aufstieg. Mit der Wiederbelebung klassischer Cocktails und dem wachsenden Interesse an handwerklichen Spirituosen in den letzten Jahren hat Genever erneut Aufmerksamkeit in der Barwelt erlangt. Sein einzigartiges Geschmacksprofil, das sowohl malzige Süße als auch botanische Komplexität bietet, macht ihn zu einer vielseitigen Zutat für eine breite Palette von Cocktails, von traditionellen Rezepten wie dem „Holland Gin Cocktail“ bis hin zu modernen Kreationen, die die einzigartigen Eigenschaften von Genever hervorheben.

Welche Geschmacksprofile sind typisch für Genever?

Das Geschmacksprofil von Genever variiert je nach Typ und Herstellung, bietet aber typischerweise eine faszinierende Kombination aus malzigen, botanischen und manchmal fruchtigen Noten. Oude Genever zeichnet sich durch ein deutlich malziges Grundprofil aus, ergänzt durch die Wärme von Holz und subtile Süße, was ihm eine gewisse Ähnlichkeit mit Whisky verleiht. Jonge Genever ist im Geschmack reiner und neutraler, mit einem feineren Schwerpunkt auf den botanischen Zutaten, einschließlich Wacholder. Korenwijn, mit dem höchsten Anteil an Malt Wine, bietet ein noch reichhaltigeres, komplexeres Geschmackserlebnis mit deutlichen Getreide- und Fruchtnoten, unterstützt durch die Tiefe der verwendeten Botanicals. Unabhängig vom Typ können bei Genever auch Nuancen von Kräutern, Gewürzen und Zitrusfrüchten auftreten, die ein komplexes und vielschichtiges Trinkerlebnis bieten.

Wie hat sich die Popularität von Genever im Laufe der Zeit verändert?

Die Popularität von Genever hat im Laufe der Geschichte erhebliche Schwankungen erfahren. Im 17. und 18. Jahrhundert war Genever in den Niederlanden und darüber hinaus äußerst beliebt. Im 19. Jahrhundert fand Genever seinen Weg in die Vereinigten Staaten, wo er eine wichtige Rolle in der aufkommenden Cocktailkultur spielte. Mit dem Aufkommen der Prohibition und dem anschließenden Aufstieg von Gin, der leichter zu produzieren war, nahm die Beliebtheit von Genever jedoch ab. In den letzten Jahrzehnten hat Genever eine Renaissance erlebt, angeführt von Bartendern und Spirituosenliebhabern, die an der Erkundung traditioneller Spirituosen und der Wiederbelebung klassischer Cocktails interessiert sind. Heute wird Genever sowohl für seine historische Bedeutung als auch für sein einzigartiges Geschmacksprofil geschätzt, was zu einer steigenden Nachfrage und Neugier führt.