Die fünf beliebtesten Liköre in Deutschland

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Wie findet man den beliebtesten Likör der Deutschen?

In den Tiefen des deutschen Spirituosenmarktes finden sich immer wieder interessante Neuheiten und regionale Spezialitäten. Das Angebot ist schier unüberschaubar. An der Spitze gibt es aber einige Liköre, die sich ziemlich schnell als die meistgekauften Produkte herausstellen. Allerdings geben die Hersteller nur selten einen tieferen Einblick in ihre Auftragsbücher, so dass man beim beliebtesten Produkt am einfachsten auf die Entwicklung der Häufigkeit entsprechender Suchbegriffe zurückgreifen kann. Täglich arbeitet allein Google mehrere 100 Millionen Suchanfragen in Deutschland ab, so dass sich aus diesen Anfragen die Beliebtheit einer Spirituose leicht ablesen lässt. Allerdings sucht kaum jemand Creme-Likör, weswegen wir schon konkrete Marken abfragen mussten, bis wir auf die Liköre mit der größten Beliebtheit gestoßen sind. In der Auswertung haben zwei Produkte die Nase deutlich vorn, während auf den weiteren Plätzen keine Reihenfolge mehr ausgemacht werden kann.

Die fünf TOP Liköre und die Relevanz der Datengrundlage

Auf Basis der Suchanfragen von Januar 2013 bis Januar 2016 haben wir ausgewertet, wie oft welcher süße Likör gesucht wurde. Kurzfristige Trends und saisonale Abhängigkeiten mitteln sich über einen Zeitraum von 3 Jahren sehr gut aus der Auswertung heraus. Das Interesse an Likör hat sich in den letzten drei Jahren fast verdoppelt, wobei hierunter natürlich nicht nur die cremig-süße Liköre fallen. Trotzdem ist es erstaunlich, dass eine wenig präsente Spirituosenkategorie ein ähnliches Interesse weckt, wie der absolute Trendsetter Gin. Anders als beim Gin ist es aber nicht die ganze Kategorie Likör, die die Faszination der Verbraucher weckt, sondern es sind sehr starke Marken. Allerdings ist die Vielfalt auch so groß, dass wir wirklich nur die Spitze des Eisbergs auswerten konnten. Auffällig war, dass der Eckes Edelkirsch so gut wie keine Relevanz in den Suchanfragen spielt, obwohl dieser süße Kirschlikör zu den zehn meistgekauften Spirituosen in Deutschland gehört. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Kundschaft des Eckes Edelkirsch diesen nicht im Internet sucht und die Zielgruppe vermutlich schon etwas älter sein dürfte. In diesem Zusammenhang müssen wir aber darauf hinweisen, dass die auf Basis der Suchanfragen von Google erarbeiteten Ergebnisse nicht den Werten entsprechen, die eine statistische Erhebung ergeben würde. Daher sollte man unsere Liste der beliebtesten süßen Liköre mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen.

Überblick über die fünf beliebtesten Liköre in Deutschland

Die Liköre sind Deutschlands liebste Spirituosen. Besonders Kräuterlikör und Halbbitter gelten als typisch Deutsch. Unter cremigen und süßen Likör verstehen wir im speziellen Likör mit cremiger Konsistenz, einem vorherrschend süßen Geschmack und einen moderarten Alkoholgehalt von nicht mehr als 25 % vol. Die Cremigkeit stammt aus der Zugabe von bspw. Milch, Sahne, Kakao oder auch Ei. Nach dem Kräuterlikör sind diese Liköre die beliebteste Likör-Variante. Die Zielgruppe ist freilich eine ganz andere. Während Kräuter- und Bitterliköre besonders gerne von Männern getrunken werden, sind die süßen und cremigen Likör der Lieblings-Likör der Damen. Überrascht hat uns die extrem hohe Beliebtheit des Eierlikörs. Es gibt praktisch keine Zutat, die so beliebt ist wie Eier. Der Eierlikör rangiert nur knapp hinter dem Oberbegriff Likör. Eine zweite interessante Entdeckung ist, dass die Beliebtheit des Eierlikörs im Jahr zwei Tannenbaummuster aufweist. Während die Beliebtheitswerte von Eierlikör und Likör zu Weihnachten im gleichen Maße ansteigen, durchbricht der Eierlikör jedes Jahr an Ostern die Beliebtheit des Likörs. Ob man anstatt der Eier Nüsse, Whisky, Früchte, Schokolade oder Rum in den Likör gibt, ist gleichgültig. Solche Liköre haben entweder einen starken Markennamen (wie bspw. Baileys) oder keiner sucht danach. Der beliebteste cremige Likör ist der Advocaat Eierlikör. Auch dieser Eierlikör weist das typische Tannenbaummuster jedes Jahr zwei Mal auf: einmal zu Weihnachten und einmal zu Ostern. Mit dieser doppelten Schlagkraft kann der Baileys Likör aus Irland nicht mithalten. Auf den folgenden Plätzen lässt sich eine Reihenfolge nicht mehr festhalten. Malibu, Amarula und Kahlua folgen daher gleichberechtig, auch wenn hier der Übersicht halber eine Nummerierung angeführt wird.

Platz 1: Advocaat geht auf eine brasilianische Rezeptur zurück

Beim Begriff Advocaat denken viele an Eierlikör oder an Rechtsanwälte. Advocaat ist auch in der Tat das holländische Wort für Anwalt. Brasilien wird man allerdings kaum einer mit Advocaat Eierlikör assoziieren. Der Eierlikör ist ein Imitat eines brasilianischen Getränks auf Basis von Avocados, Rohrzucker und Rum. Der Antwerpener Spirituosenfabrikant wollte das Produkt nachahmen, musste aber mangels frischer Avocados auf einen Ersatz ausweichen. Bei seinen Versuchen ist er auf Eigelb gestoßen, was zunächst nicht besonders nahe lag. Allerdings war er von dem Ergebnis so überzeugt, dass ihm sein eigentliches Ziel gleichgültig war und er seinen neuen Likör einfach Advocaat nannte. Im Eierlikör sind mindestens 140g Eigelb und 150g Zucker je Liter. Neben Deutschland wird Eierlikör insbesondere in den Niederlanden und in Belgien konsumiert. Auf den Skihütten hat es der Bombardino zu einiger Berühmtheit gebracht und ist inzwischen zur Weihnachtszeit auf vielen Märkten und in Lokalen zu finden. Eierlikör muss keineswegs altbacken sein, ist sehr vielseitig einsetzbar und sein Marktpotential sollte angesichts seiner großen Beliebtheit nicht unterschätzt werden.

Platz 2: Baileys Irish Cream Likör ist ein Sahne-Likör mit irischem Whisky

Der Bailey’s Irish Cream Likör wurde 1974 eingeführt. Der Likör war eine Entwicklung der International Distillers & Vintners, die einige Jahre an einem entsprechenden Likör gearbeitet haben. Der Name und die Unterschrift R. A. Bailey’s stehen in keinem direkten Zusammenhang mit der Produktentwicklung. Vielmehr hat man sich von dem Londoner Hotel Baileys inspirieren lassen.


Bailey’s Hotel: By Jon Mulzet - Flickr, CC BY-SA 2.0

Hergestellt wird Bailey’s in Dublin und in Mallusk, welches in Nordirland liegt. Die Basis für den Likör bildet Sahne und Whisky. Der Whisky stammt aus verschiedenen irischen Brennereien, die Sahne von der irischen Molkerei Glanbia. Damit sich Alkohol und Sahne nicht voneinander absetzen, muss die Mischung homogenisiert werden. Dafür wird raffiniertes Pflanzenöl als Emulgator eingesetzt. Zugesetzt werden noch Zucker und Kräuter, deren genaue Zusammensetzung aber geheim gehalten wird. Bailey’s darf man nicht mit säurehaltigen Flüssigkeiten, wie etwa Zitronensäure oder Wein. Durch die Reaktion kommt es zur Gerinnung des Kasein, was beim Trinken unappetitlich wirkt. Vom Bailey’s gibt es inzwischen auch Variationen mit Karamell oder Schokolade. Diese Diversifikation ist von vielen Marken bekannt. Bailey’s Irish Cream wird heute von DIAGEO vertrieben und gehört in Deutschland zu den meistverkauften Spirituosen.

Platz 3: Malibu-Likör ist ein karibischer Traum auf Basis von Rum und Kokosnuss

Malibu geht auf einen Likör auf Basis von Rum, Zucker und Kokosnuss zurück. Dieser wird bereits seit 1895 auf Barbados von der West Indies Rum Distillery Ltd. hergestellt und gehört damit zu den ältesten der hier vorgestellten Spirituosen. Der ursprüngliche Malibu wurde auf der Karibikinseln Curacao auf Basis von Fruchtbrand hergestellt und mit Kokosnuss- und Rum-Aromen angereichert. Die Idee war es, den Barkeepern und Bartendern in den amerikanischen Metropolen die Herstellung von Cocktails wie Pina Colada zu vereinfachen. Da sich der Absatz gut entwickelte, wurde die Produktion nach Barbados an die Brennerei von West Indies Rum Distillery Ltd. verlegt. Für den europäischen Markt wird heute überwiegend in Spanien auf Basis von karibischem Rum produziert. Die Marke wurde im Jahr 2002 für 650 Millionen Euro von DIAEGO an Allied Domecq verkauft. Der britische Konzern mit vielen bekannten Marken wie Beefeater und Canadian Club wurde 2005 in Gänze von Pernod Ricard geschluckt. Seitdem hat die Marke Malibu wieder einen sicheren Hafen und sich der allseits beliebten Diversifizierung hingegeben. Unter anderem wurde eine Variante mit Tequila auf den Markt gebracht. Beim Marketing setzt man ganz auf die karibischen Traum, paradiesische Strände und das Rauschen des Meers. Abseits vom Alltag und Stress genießt man Malibu. Dieses Lebensgefühl wird durch den spanischen Online-Streaming RadioMaliBoomBoom.com gekrönt.

Platz 4: Amarula Cream ist der fruchtige Likör aus Südafrika

Amarula Cream stammt von der Amarula Distillers Corporation in Stellenbosch (Südafrika) und wird nach Deutschland von der Diversa Spezialitäten GmbH importiert, ein Joint Venture Unternehmen der Marken Underberg und Rémy Cointreau. Somit ist Amarula Cream schon etwas Besonderes, denn die Marke gehört trotz ihrer Beliebtheit nicht zu einem der großen Spirituosenkonzerne. Der in Südafrika produzierte Likör wird mittlerweile in über 100 Länder exportiert. Beim Marketing wird ganz auf den Elefanten gesetzt. Dies rührt von der Marula-Frucht her, auf deren Basis der Likör hergestellt wird. Vom Namen viel geläufiger ist uns der Elefantenbaum, an dem die Marula-Frucht wächst. Die Früchte sind etwa so groß wie Pflaumen, deren Stein ist allerdings wesentlich größer. Der Name Elefantenbaumentstammt der Tatsache, dass sich die Dickhäuter die Früchte und die Rinde des Baumes gerne einverleiben und dabei in eine Art Rausch-Zustand geraten. Dieser soll allerdings nicht durch die Früchte verursacht sein, sondern von dem in Käferpuppen enthalten Gift, die sich in der Rinde und in den Früchten befinden. Vielleicht weil die Elefanten die leckeren Früchte für den Amarula sicher gerne fressen würden, engagiert sich der Hersteller zum Ausgleich für den Schutz und den Erhalt seines tierischen Marken-Botschafters. Die Verarbeitung zur Amarula Cream ist vergleichsweise aufwändig, denn an den Früchten ist nicht viel Fruchtfleisch dran. Dieses wird vergoren und doppelt destilliert. Das Destillat wird zwei Jahre auf Eichenfässern gereift, anschließend mit Sahne verfeinert, auf Flaschen gefüllt und in alle Welt exportiert.

Platz 5: Kahlua Kaffeelikör stammt ursprünglich aus Mexiko

Nach Brasilien, Irland, Barbados und Südafrika kommen wir mit dem Kahlua zu einem mexikanischen Produkt. Der aus einer Familie aristokratischer Sherry-Händler stammende Pedro Domecq verließ Spanien zur Zeit des spanischen Bürgerkriegs nach Mexiko und fing dort im Alter von 19 Jahren an, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Seinem Unternehmergeist verdanken wir den Kahlua, mit dessen Produktion er im Jahre 1936 begann. Kahlua ist dem aztekischen Nahuatl entlehnt und heißt „Haus der Acolhua“, ein Stamm der Azteken in einem Hochtal des heutigen Mexiko. Der Begriff Kahlua wurde als „Ulua“ hispanisiert, und ist im Namen der Stadt San Juan de Ulua noch gegenwärtig. Wie der Malibu gehört die Marke Kahlua seit 1994 zur Firma Allied Domecq, bis diese 2005 vom Spirituosenkonzern Pernod Ricard übernommen wurde. Danach wurde dem allgemeinen Trend entsprechend der Alkoholgehalt von 26,5 % vol. auf 20,0 % vol. herabgesetzt. Auch die von vielen Likörmarken bekannte Diversifikation mit neuen Geschmacksrichtungen (wie Vanila oder Haselnuss) und Varianten (z.B. Kahlua Especial mit 36 % vol.) wurden in Angriff genommen. Kahlua eignet sich für eine Vielzahl von Cocktails, wie B-52, Dirty Mother, White Russian und Mudslide, wird aber genauso gerne als Topping für Eis und zum Backen verwendet. In Mexiko gibt es gar mit Kahlua gefüllte Pralinen. Weil Kahlua im Wesentlichen aus Kaffeebohnen hergestellt wird, enthält er ungefähr 10 mg Koffein auf 100 ml. Das sind aber nur etwa 10 % des Koffeingehaltes von aufgebrühtem Kaffee. Neben Kaffee sind die weiteren Zutaten Zuckerrohr und Vanille. Kahlua ist inzwischen wie Malibu und Baileys aus der Bar und Cocktail-Szene nicht mehr wegzudenken.

Unser Tipp: Dooleys ist ein Toffee-Creme-Likör aus Deutschland

Nach all der Exotik kehren wir zurück ins beschauliche Deutschland, in dem es auch den ein oder anderen erwähnenswerten Creme-Likör gibt. Wir haben uns hier den Dooley’s herausgepickt, der von der Waldemar Behn GmbH im schleswig-holsteinischen Eckernförde produziert wird. Der Likör selbst wird seit dem Jahr 2000 hergestellt und ist eine Mischung aus Sahne, Toffee und als Basis-Spirituose Vodka. Mit dem Dooley’s konnte Behn eine ganze Reihe internationaler Auszeichnungen einsammeln.

Und wie es sich für ein erfolgreiches Produkt gehört, hat Behn auch Variationen vom Original auf den Markt gebracht. Dies wären die Sorten Dooley’s Espresso, Tropical Fruits und White Chocolate. Somit hat Behn ein Portfolio an Likören auf Wodka-Basis geschaffen, mit denen nahezu alle Likör-Liebhaber wunschlos glücklich werden können.

Tags: Top5, Likör
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